Fairtrade Blumen und Rosen verschicken: So gelingt der Blumenversand mit gutem Gewissen
Die wichtigsten Siegel und Blumenversender mit dem besten Fairtrade-Sortiment.
Wir – Lisa und Moritz von Blumella – testen seit 2010 anonym Blumenversender. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Siegel bei Blumen wirklich relevant sind und wo du die beste Fairtrade-Auswahl findest.
Wenn du wenig Zeit hast und direkt Fairtrade Rosen oder Blumen verschicken möchtest, findest du hier unsere Empfehlungen:
Die 3 stärksten Blumenversender für Fairtrade-Blumen
Bloom & Wild – jeder Stiel in ausgewählten Fairtrade-Sträußen zertifiziert
Das größte Fairtrade-Sortiment im Vergleich: 13 Fairtrade-Artikel ab 29,95 €, vom einzelnen Strauß über Geschenksets bis zum Abo. Nach Angaben von Bloom & Wild trägt darin jede einzelne Blume das Siegel – selbst in gemischten Sträußen. Zusätzlich unabhängig als B-Corp geprüft.
Zum Fairtrade-Sortiment von Bloom & Wild
FloraPrima – eigene „Fairtrade Rosen"-Kategorie
Acht Fairtrade-Artikel in einer klar benannten Kategorie – sechs Rosensträuße und zwei Einzelrosen, ab 18,99 € –, dazu ein breiteres Nachhaltigkeitsprogramm im Unternehmen selbst: Solarenergie am Firmensitz, optional CO2-neutraler Versand und Papiertüten statt Folie.
Fleurop – Fairtrade-Sortiment, geliefert vom Floristen vor Ort
Vier Sträuße mit Fairtrade Rosen von 34,99 € bis 42,99 €, gebunden und geliefert von einem Floristen aus der Nähe. Als FSI-Mitglied ist Fleurop auch beim Einkauf an geprüfte Standards gebunden.
Weitere Blumenversender findest du in unserem Blumenversand-Vergleich.
Das erwartet dich
- Welche Blumenversender Fairtrade Rosen im Sortiment haben
- Warum die Rose aus Kenia grüner ist als ihr Ruf
- Fair und nachhaltig Blumen versenden: die 6 wichtigsten Punkte
- Was das Fairtrade-Siegel bei Blumen wirklich bedeutet
- Hintergrund: Fairtrade, Bio, MPS – welches Siegel zu welchem Motiv passt
- Fazit: Fair verschenken, ohne sich im Siegel-Dschungel zu verirren
- Häufige Fragen zu Fairtrade Blumen
Kurz gesagt
- Fairtrade ist vor allem ein Sozialsiegel: faire Löhne, geregelte Arbeitszeiten, eine Prämie von 10 % für Gemeinschaftsprojekte. Umwelt ist enthalten, aber Fairtrade ist kein Bio.
- Fast jede zweite in Deutschland verkaufte Rose ist inzwischen fair (44,5 % Marktanteil 2024) – bei Rosen lohnt sich der Blick aufs Siegel am meisten.
- Im Winter verursacht eine Rose aus Kenia trotz Flug rund 66 % weniger CO₂ als eine aus dem beheizten Gewächshaus in den Niederlanden. Im Sommer (Mai – September) dreht sich das – dann ist Freiland von hier die bessere Wahl.
- Das größte ausgewiesene Fairtrade-Sortiment hat Bloom & Wild (13 Artikel), gefolgt von FloraPrima (8) und Fleurop (4). Nicht jeder Strauß trägt das Siegel – wähle am besten gezielt aus der Fairtrade-Kategorie.
- Unsere Empfehlung fürs faire Verschicken: Bloom & Wild – dort trägt in den Fairtrade-Sträußen jeder Stiel das Siegel – eine echte Seltenheit. Dazu kommt eine unabhängig geprüfte B-Corp-Zertifizierung.
- Blume2000 ist der älteste Fairtrade-Händler der Branche und hat das breiteste Umweltprogramm – das ausgewiesene Fairtrade-Sortiment ist derzeit aber klein.
Du willst Blumen verschicken, die nicht auf Kosten anderer schön sind: faire Löhne für die Menschen auf den Farmen, eine gute Klimabilanz und möglichst geringe Umweltbelastung. In der Praxis ist das gar nicht so einfach: Fairtrade, Bio, „nachhaltig", „klimaneutral" – was davon hält Wort, und wo gibt es faire Sträuße zum Verschicken?
Welche Blumenversender Fairtrade Rosen im Sortiment haben
„Wir bieten Fairtrade" steht auf einigen Webseiten – aber wichtig ist: Wie viel vom Sortiment ist wirklich zertifiziert, und was tut der Versender darüber hinaus? Wir haben uns die Angaben der großen Blumenversender angesehen. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Bei fast allen ist nur ein kleiner, konkret ausgewiesener Teil der Sträuße fair – nicht das ganze Sortiment.
Dahinter steckt ein Mechanismus, der erklärt, warum das Siegel am Strauß so wichtig ist: Zertifiziert wird immer die ganze Farm, verkauft wird trotzdem meistens ohne Siegel. Nur rund 20 % der Rosen einer zertifizierten Farm gehen laut Fairtrade auch als Fairtrade-Ware in den Handel – und nur für diesen Anteil fließt die Prämie. Nur wenn du zum tatsächlich als Fairtrade gekennzeichneten Strauß greifst, kommen die Vorteile und das Geld auf der Farm an.
„Nachhaltig" ist beim Blumenversand keine Frage, sondern drei: Unter welchen Bedingungen wird die Blume angebaut? Wie nachhaltig arbeitet der Versender selbst? Und wie wird der Strauß versendet? Hier siehst du alle drei Ebenen nebeneinander.
| Versender | Fairtrade-Sortiment | Nachhaltigkeit sonst | Versand |
|---|---|---|---|
| Bloom & Wild | 13 Artikel ab 29,95 € – jeder Stiel zertifiziert | B-Corp (Gruppe), FSI-Mitglied | DHL oder DPD Express |
| FloraPrima | 8 Artikel: 6 Sträuße + 2 Einzelrosen, 18,99–50,99 € | wirbt mit nachhaltigem Anbau | DHL, DHL GoGreen (Aufpreis), oder Florist* |
| Fleurop | 4 Sträuße mit Siegel, 34,99–42,99 € | FSI-Mitglied | Florist |
| Blume2000 | 1–2 Sträuße; 6 Mio. zertifizierte Rosenstiele | Fairtrade-Blumen seit 2005, Bio seit 2016, eigenes Siegel | DHL GoGreen |
| Euroflorist | Kategorie, aber keine Sträuße | FSI-Mitglied | Florist oder DHL |
| Bloomy Days | keine ausgewiesenen | Fairtrade-Lizenz über Omniflora | DHL, plastikfrei |
Sortimentszahlen geprüft im Juli 2026 – Shops ändern ihr Angebot laufend, im Zweifel zählt die Fairtrade-Kategorie im Shop. Versandkosten je nach Liefermodus – Details im jeweiligen Testbericht. *Aktuell keine Fairtrade-Rosen mit Floristen-Zustellung erhältlich.
Transparenz-Hinweis: An Klicks auf einige dieser Versender verdienen wir eine Provision, an anderen nicht. Die Reihenfolge in diesem Abschnitt richtet sich allein danach, wie viel Fairtrade tatsächlich im Sortiment steht.
Was „Fairtrade-Strauß" bei wem bedeutet
Ein Punkt, der beim Vergleichen leicht untergeht: Ein „Fairtrade-Strauß" ist nicht überall dasselbe. Weil das Siegel bei Rosen mit Abstand am verbreitetsten ist, bestehen die Fairtrade-Artikel bei Blume2000 und FloraPrima ausschließlich aus Rosen.
Bei Fleurop stecken neben den Rosen oft ein bis zwei weitere Sorten im Strauß. Nur: Ob dann jeder Stiel zertifiziert ist oder nur die Rosen, steht nirgends – wir gehen davon aus, dass nur die Rosen zertifiziert sind. Genau da liegt der Unterschied zu Bloom & Wild, wo die Ansage eindeutig ist – in den als Fairtrade ausgewiesenen Sträußen trägt jede einzelne Blume das Siegel.
Kurz: Wenn du einen gemischten Strauß willst, bei dem wirklich alles fair ist, bleibt am Ende Bloom & Wild. Wer mit einem Rosenbund glücklich ist, hat deutlich mehr Auswahl.
Kostet Fairtrade mehr?
Die Frage steht bei fast jedem im Kopf, der zum ersten Mal gezielt fair verschicken will. Eine ehrliche Antwort in Prozent gibt es nicht – dazu gleich mehr. Was sich aber sauber beantworten lässt: Fairtrade liegt überall im normalen Preisrahmen, nicht in einer teureren Liga darüber.
| Rosen bei… | mit Fairtrade-Siegel | ohne Siegel |
|---|---|---|
| Blume2000, Bund mit 10 Stielen | 7,99 € | 4,49 – 14,99 € |
| Bloom & Wild, Sträuße, teilweise inkl. Vase | 29,95 – 59,95 € | 21,95 – 86,95 € |
| FloraPrima, Rosen* | 30,99 – 50,99 € | 26,99 – 42,99 € |
Preise abgerufen im Juli 2026 – Shops ändern ihre Preise laufend, gerade rund um Valentinstag und Muttertag. *FloraPrima ohne die Premium-Sträuße gerechnet (über 60 €, allesamt ohne Siegel).
Zwei Anbieter zeigen es besonders klar. Bei Blume2000 haben alle Rosenbunde zehn Stiele, die Menge ist also konstant – und der faire Bund liegt mit 7,99 € mitten im Feld. Bei Bloom & Wild reicht das ungesiegelte Sortiment von 21,95 € bis fast 87 €, die fairen Sträuße liegen mit 29,95 bis 59,95 € komplett dazwischen (teilweise inklusive Vase). Am deutlichsten wird es beim Blumen-Abo: Die Fairtrade-Variante kostet dort genauso viel wie das ungesiegelte Classic-Abo. Ob der faire Strauß dabei ein, zwei Stiele kleiner ausfällt, weist Bloom & Wild nicht aus – am Preis ändert das Siegel jedenfalls nichts.
Und bei FloraPrima tragen sogar die teuersten Rosen des ganzen Shops kein Siegel: Die Premium-Sträuße jenseits der 60 € sind allesamt ohne Siegel.
Warum wir dir keine Prozentzahl nennen: Weil sie gelogen wäre. Für einen echten Aufpreis müsste derselbe Strauß in beiden Varianten verfügbar sein – tut er aber nirgends. Und die Störgrößen sind größer als der gesuchte Effekt. Bei Blume2000 kostet der teuerste ungesiegelte Zehnerbund das 3,3-Fache des billigsten – nur wegen der Farbe. Bei Fleurop ist es noch verzwickter, weil die Fairtrade-Sträuße nicht einmal reine Rosensträuße sind und daneben viel Premium-Sortiment steht. Je nachdem, welches Paar man herausgreift, käme „Fairtrade ist 47 % billiger" oder „78 % teurer" heraus. Beides wäre Zahlen-Theater.
Für deine Kaufentscheidung reicht die Beobachtung trotzdem: Ein deutlicher Zuschlag fürs Siegel ist nirgends erkennbar. Das ist ökonomisch auch plausibel – die Fairtrade-Prämie beträgt 10 % des Exportpreises, und der Exportpreis ist nur ein kleiner Teil dessen, was du im Shop bezahlst. Was den Preis eines Straußes wirklich treibt, sind Farbe, Stiellänge und Bundgröße.
Bloom & Wild – unsere Empfehlung fürs faire Verschicken
Wer gezielt einen Strauß sucht, bei dem wirklich alles fair ist, findet bei Bloom & Wild die größte Auswahl. 13 Fairtrade-Artikel stehen dort zur Wahl: vier Einzelsträuße, ein dreimonatiges Blumen-Abo und acht Geschenksets mit Kuchen, Schokolade oder Vase. Die Einzelartikel liegen zwischen 29,95 € und 59,95 €, das Abo kostet ab 88,95 €. Die Ansage dazu ist deutlich – jede Blume und jeder Stiel in diesen Sträußen trage das Fairtrade-Siegel.
Dazu kommt etwas, das im Feld sonst keiner vorweisen kann: Die Bloom & Wild Group ist B-Corp-zertifiziert. Das ist kein Blumensiegel, sondern eine unabhängig geprüfte Bewertung des ganzen Unternehmens, von der Lieferkette über den Umgang mit Personal bis zur Umwelt. Zusammen mit der FSI-Mitgliedschaft ist das eine sehr gute Grundlage – und der Grund, warum Bloom & Wild bei uns fürs faire Verschicken vorn steht.
Wichtig zu wissen: Bloom & Wild haben wir bislang nicht selbst getestet – unsere Einschätzung stützt sich hier auf nachprüfbare Angaben und Zertifikate, nicht auf einen eigenen Testkauf. Wer lieber bei einem Versender bestellt, den wir in der Praxis getestet haben, nimmt FloraPrima oder Fleurop. Übrigens gehört auch Bloomon zur Bloom & Wild Group.
Direkt zum Sortiment → Fairtrade-Sträuße bei Bloom & Wild
FloraPrima – eigene Fairtrade-Kategorie
FloraPrima führt eine eigene Kategorie „Fairtrade Rosen" mit aktuell acht Artikeln – sechs Sträußen und zwei einzelnen Premiumrosen, von 18,99 € bis 50,99 €. Der Rest des Sortiments ist nicht durchgängig zertifiziert – wer fair will, wählt hier gezielt aus der Fairtrade-Kategorie. Rundherum engagiert sich FloraPrima auch für die Umwelt: Solarenergie am Firmensitz, optional CO2-neutraler Versand und Papiertüten statt Folie.
Direkt zur Kategorie → Fairtrade Rosen bei FloraPrima
Fleurop – vier Fairtrade-Sträuße mit Siegel
Fleurop bietet einzelne, klar gekennzeichnete Fairtrade-Sträuße an, aktuell vier an der Zahl, von 34,99 € bis 42,99 €. Zum Erkennen einfach auf das Siegel im Produktfoto achten. Genannt werden zudem faire Löhne, wassersparende Bewässerung und der Verzicht auf Gentechnik. Fleurop ist außerdem FSI-Mitglied – die Beschaffung hinter den Kulissen läuft also über geprüfte Standards. Anders als bei den reinen Rosenbunden der Konkurrenz stecken hier neben Rosen oft ein bis zwei weitere Sorten im Strauß – ob die auch zertifiziert sind oder nur die Rosen, gibt Fleurop allerdings nicht an. Die vier Sträuße sind die kleinste Auswahl unserer Top 3, dafür bindet und bringt sie ein Florist aus der Nähe in der umweltfreundlichen Flowerbag.
Direkt zur Auswahl → Fairtrade Blumen bei Fleurop
Blume2000 – der Pionier mit dem breitesten Umweltprogramm
Beim Thema Fairtrade denkt man automatisch auch an Blume2000, und das hat gute Gründe. Blume2000 führt Fairtrade-Blumen, seit es die Zertifizierung für Blumen gibt – seit 2005, und damit länger als jeder andere große Versender in Deutschland. Auch darüber hinaus ist das Programm das breiteste im Vergleich: seit 2016 zertifizierter Bio-Händler, seit rund zehn Jahren Partner der Umweltstiftung MPS, mit eigenem Förderprogramm für Gärtnereien auf dem Weg zur Zertifizierung. Beim Postversand fährt Blume2000 mit DHL GoGreen.
Warum dann nicht in unseren Top 3? Weil unsere Frage hier eng auf Fairtrade zielt – und da ist das ausgewiesene Sortiment aktuell klein: Wir finden nur ein bis zwei gekennzeichnete Artikel, und das sind Rosenbunde, keine gemischten Sträuße. Wenn dir Nachhaltigkeit insgesamt wichtig ist, bist du hier gut aufgehoben. Willst du gezielt einen Strauß mit Fairtrade-Siegel verschicken, hast du bei Bloom & Wild oder FloraPrima schlicht mehr Auswahl.
Euroflorist und Bloomy Days – Kategorie ja, Sträuße nein
Euroflorist hat zwar eine eigene Fairtrade-Kategorie, führt darin aktuell aber keine Sträuße. Als FSI-Mitglied ist Euroflorist beim Einkauf trotzdem an geprüfte Standards gebunden. Ähnlich sieht es bei Bloomy Days aus, mit einer Besonderheit: Die Fairtrade-Lizenz läuft dort über Omniflora, nicht über Bloomy Days selbst. Eine Fairtrade-Seite gibt es, in der Navigation und in den Produktbeschreibungen taucht das Siegel aktuell aber nicht auf – wir zählen deshalb keinen ausgewiesenen Fairtrade-Strauß. Dafür wirbt Bloomy Days mit plastikfreiem Versand. Bei beiden gilt dieselbe Regel wie überall – nur die ausgewiesenen Sträuße sind wirklich zertifiziert.
Warum die Rose aus Kenia grüner ist als ihr Ruf
Wenn es ein Produkt gibt, bei dem sich Fairtrade besonders lohnt, dann sind es Rosen. Sie sind die meistverkaufte Schnittblume in Deutschland und stammen überwiegend aus Ostafrika. Weil dort besonders viele Menschen in der Blumenproduktion arbeiten, wirkt das Siegel bei Rosen am stärksten. Kein Zufall also, dass der Fairtrade-Marktanteil bei Rosen 2024 auf 44,5 % gestiegen ist – ein Rekord, fast jede zweite Rose.
Jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht. Viele greifen zur „heimischen" Rose und nehmen an, sie sei klimafreundlicher als Importware. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall.
Eine Ökobilanz des Schweizer Instituts Intep, 2023 erstellt und Anfang 2024 veröffentlicht, hat den Weg von der Farm bis in die Schweiz durchgerechnet: Ein Bund mit 20 Fairtrade-Rosen aus Kenia verursacht rund 9,3 kg CO₂ – trotz Flugtransport etwa 66 % weniger als 20 Rosen aus dem beheizten niederländischen Gewächshaus mit 27 kg. Der Grund ist simpel: Rosen aus Kenia wachsen im unbeheizten Folientunnel unter natürlichem Sonnenlicht, während niederländische Gewächshäuser massiv beheizt und beleuchtet werden. Diese Energie schlägt schwerer zu Buche als der Flug.
Der Fußabdruck eines Rosenstraußes im Vergleich. Selbst mit dem Flug liegt die Kenia-Rose deutlich unter der Rose aus dem beheizten Gewächshaus – kommt sie per Schiff, wird der Abstand noch größer. Zahlen aus der Intep-Studie (2023 erstellt, 2024 veröffentlicht) im Auftrag von Migros und Max Havelaar, gerechnet bis in die Schweiz.
Eine Einordnung gehört dazu: Auftraggeber der Studie waren Migros und Max Havelaar, also Fairtrade-nahe Seite. Die Autorinnen schreiben allerdings selbst hin, wo ihr Vergleich hinkt – das spricht für sie.
Wann dieser Vergleich gilt – und wann nicht
Diese Rechnung hat eine Bedingung, die du kennen solltest: Sie vergleicht die Kenia-Rose mit einer beheizten Gewächshausrose. Im Sommer sieht es anders aus. Zwischen Mai und September wächst auch bei uns vieles im Freiland oder im ungeheizten Gewächshaus – dann kann die Rose von nebenan klar vorn liegen.
Nur: Rosen werden nicht vor allem im Sommer verschenkt, sondern im Februar. Und im Februar gibt es keine regionale Freilandrose. Du wählst dann ohnehin zwischen zwei Importen – und die schwächste Option ist dabei die ungesiegelte Rose: Entweder stammt sie aus Ostafrika bzw. Südamerika, zu schlechteren Arbeitsbedingungen als eine Fairtrade-Rose, oder sie stammt aus einem beheizten und wenig umweltfreundlichen Gewächshaus in den Niederlanden.
Dazu kommt: Du erfährst meistens gar nicht, wie deine Rose gewachsen ist. „Frisch vom Gärtner" oder „aus Europa" steht in vielen Shops – „aus beheizter Produktion" nirgends. Nicht das Herkunftsland ist beim Blumenversand das Problem, sondern die fehlende Angabe zur Anbaumethode. Genau deshalb ist das Siegel für dich der praktischste Griff: nicht weil es dir eine gute Klimabilanz garantiert, sondern weil es das Einzige ist, was du überhaupt nachprüfen kannst.
Und das Wasser?
Eine echte Schwäche bleibt: Kenianische Rosen brauchen viel Wasser, und sie entnehmen es dort, wo es besonders knapp ist: rund um den Naivasha-See, das Zentrum des Rosenanbaus. Das ist seit Jahren ein Streitthema – die Farmen stehen im Verdacht, den Wasserspiegel im See zu drücken, die Branche widerspricht.
Aber auch die Rose aus beheizten Gewächshäusern hat ihre Schwächen. Der Grund ist derselbe wie beim CO₂: Die Heizung der niederländischen Gewächshäuser bindet in den Kraftwerken dahinter große Mengen Kühlwasser. Die verbreitete Erzählung „gut fürs Klima, schlecht fürs Wasser" ist also nicht schwarz-weiß. Bei Importrosen aus Übersee raten wir zum Siegel statt zur billigsten Rose: Fairtrade schreibt wassersparende Bewässerung vor und kontrolliert sie. Perfekt ist das nicht, aber es ist ein Anfang.
🌺 Tipp: Stehen zwei vergleichbare Rosensträuße zur Wahl, nimm den mit Fairtrade-Siegel. Das ist der wirkungsvollste Einzelschritt – gerade rund um Blumen zum Valentinstag, wenn ohnehin Millionen Rosen über den Ladentisch gehen.
Für Fairtrade-Rosen musst du übrigens nicht zwingend online bestellen. Auch Lidl und Aldi führen sie regelmäßig, vor allem rund um Valentinstag und Muttertag. Für den spontanen Strauß am Samstag ist das die unkomplizierteste faire Option. Verschicken kannst du dort nur leider nicht (mehr).
Fair und nachhaltig Blumen versenden: die 6 wichtigsten Punkte
Du musst kein Zertifizierungs-Profi werden, um fair und nachhaltig zu verschenken. Diese Punkte bringen dich im Alltag am weitesten:
- Bei Rosen aufs Fairtrade-Siegel achten – der wirkungsvollste Einzelschritt, weil fast alle Rosen aus Ländern kommen, in denen Arbeitsschutz schwächer geregelt ist als bei uns.
- Echten Siegeln vertrauen, nicht Werbeworten – „nachhaltig" ist ungeschützt. Fairtrade, MPS und Florverde sind es nicht – was hinter den drei Namen steckt, liest du im Hintergrund-Teil.
- Saisonal denken – Freiland aus Deutschland gibt es im Kern von Mai bis September, die größte Auswahl im Hochsommer. Tulpen, Ranunkeln und Pfingstrosen im Frühjahr brauchen weniger beheiztes Gewächshaus als dieselbe Blume außerhalb ihrer Saison.
- Regional richtig einordnen – regional ist gut, aber nur zusammen mit der Produktionsweise. Eine Freilandrose aus Kenia kann klimafreundlicher sein als eine beheizte Gewächshausblume um die Ecke.
- Auf Verpackung und Versandweg schauen – Karton statt Kunststoff, Papier statt Folie. Beim Postversand hilft DHL GoGreen, etwa bei Blume2000. Oder du wählst einen Versender, bei dem ein Florist aus der Nähe liefert, etwa Fleurop.
- Gemischte Sträuße statt reiner Importware – saisonale Mischsträuße enthalten oft mehr regionale Sorten und weniger energieintensive Premium-Importe.
Fun Fact: Deutschland ist beim Thema faire Blumen Weltmeister. Mehr als die Hälfte aller weltweit verkauften Fairtrade-Schnittblumen wird hier abgesetzt – wenn du fair verschenkst, bist du also in guter Gesellschaft.
Was das Fairtrade-Siegel bei Blumen wirklich bedeutet
Das Fairtrade-Siegel garantiert bei Blumen vor allem faire Arbeitsbedingungen: geregelte Arbeitszeiten, Mutterschutz, das Verbot von Kinderarbeit, Lohnuntergrenzen und eine Fairtrade-Prämie von 10 % des Exportpreises, über die die Beschäftigten selbst für Gemeinschaftsprojekte entscheiden. Seit 2005 gibt es das Siegel auch für Schnittblumen.
Der Kern ist also sozial. Und das ist kein Randthema: Rund 92 % der in Deutschland verkauften Schnittrosen sind Importe, ein großer Teil davon aus Kenia. Der Blumenanbau ist dort einer der wichtigsten Exportsektoren und der drittgrößte Devisenbringer des Landes. Und weil Arbeitsschutz in den Anbauländern gesetzlich schwächer geregelt ist als bei uns, machen feste Verträge, Schutzkleidung und eine Prämie, über die die Beschäftigten selbst bestimmen, im Alltag einen wichtigen Unterschied.
Was das Siegel garantiert
- Lohnuntergrenzen und Prämie: mindestens der gesetzliche Mindestlohn – der eine von Fairtrade gesetzte Untergrenze nicht unterschreiten darf – plus 10 % Fairtrade-Prämie für die Gemeinschaft
- Arbeitsrechte: geregelte Arbeitszeiten, Versammlungsfreiheit, Mutterschutz, keine ausbeuterische Kinderarbeit
- Umwelt-Mindeststandards: wassersparende Bewässerung, Abfallmanagement, Verbot der giftigsten Pestizide
Was das Siegel nicht garantiert
Hier wird es wichtig, wenn dein Motiv eher die Umwelt ist. Fairtrade ist kein Bio-Siegel. Es reduziert und verbietet die gefährlichsten Pflanzenschutzmittel, schließt Pestizide aber nicht vollständig aus. Wer garantiert giftfrei verschenken will, braucht eine echte Bio-Zertifizierung – und die ist bei Schnittblumen, vor allem im Blumenversand, leider selten.
Das ist relevanter, als es zunächst klingt. Für Schnittblumen gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für Pestizidrückstände, anders als bei Obst und Gemüse – schlicht, weil Blumen niemand isst. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist trotzdem darauf hin, dass sich Rückstände auf verkauften Sträußen regelmäßig nachweisen lassen.
Und noch etwas, das oft missverstanden wird: Fairtrade garantiert keinen existenzsichernden Lohn. Garantiert ist der gesetzliche Mindestlohn des Anbaulands. Weil der in den meisten Ländern nicht zum Leben reicht, verpflichtet Fairtrade die Farmen, die Löhne schrittweise anzuheben – ein existenzsichernder Lohn ist erklärtes Ziel, kein Versprechen. Dazu kommt: Anders als bei Kaffee oder Kakao gibt es bei Blumen keinen Fairtrade-Mindestpreis. Die Prämie ist hier das einzige feste Geld-Instrument.
🌺 Tipp: Wasch dir nach dem Anschneiden eines Straußes die Hände und stell die Vase außer Reichweite von kleinen Kindern und Katzen. Das gilt für jeden Strauß, egal welches Siegel – und kostet dich zehn Sekunden.
Kurz: Fairtrade denkt zuerst an die Menschen, dann an die Umwelt. Beides steckt drin, aber mit klarem Schwerpunkt. Wie sich das zu MPS, Florverde und Bio verhält – und was Kritiker am Siegel bemängeln – liest du weiter unten im Hintergrund-Teil.
Hintergrund: Fairtrade, Bio, MPS – welches Siegel zu welchem Motiv passt
Unsere Einordnung der gängigen Blumensiegel – kein Siegel deckt alle drei Bereiche voll ab. MPS ist modular aufgebaut: ABC steht für Umwelt, SQ für Soziales, GAP für gute fachliche Praxis. Eigene Einordnung von Blumella auf Basis der öffentlichen Standards, Stand Juli 2026 – die Siegel bewerten unterschiedlich streng, die Skala ist eine Orientierung, kein Audit.
„Nachhaltig" ist kein geschützter Begriff. Jeder Shop darf ihn draufschreiben. Aussagekräftig sind nur echte Zertifizierungen – und die haben unterschiedliche Schwerpunkte, je nachdem, ob es um Menschen, Umwelt oder Pflanzenschutz geht.
Erschwerend kommt dazu: Bei Schnittblumen gibt es keine Pflicht, das Herkunftsland anzugeben. Bei Äpfeln steht es auf der Kiste, bei Rosen nirgends. Genau deshalb bist du beim Blumenkauf aufs Siegel angewiesen – oft ist es der einzige Anhaltspunkt, den du überhaupt bekommst.
| Siegel | Schwerpunkt | Deckt ab | Bei Blumen |
|---|---|---|---|
| Fairtrade | Soziales | Löhne, Arbeitsrechte, Prämie, Umwelt-Mindeststandard | sehr verbreitet, v. a. Rosen |
| Florverde | Umwelt + Soziales | Wasser, Biodiversität, Arbeitsschutz | speziell für Blumen, v. a. Kolumbien |
| MPS (ABC / GAP / SQ) | je nach Modul | Umwelt (ABC), gute Praxis (GAP), Soziales (SQ) | Branchenstandard im Zierpflanzenbau |
| GLOBALG.A.P. + GRASP | Produktion + Soziales | Anbau, Pflanzenschutz, mit GRASP auch Arbeitsrechte | weltweit verbreitet |
| Rainforest Alliance | Umwelt + Soziales | Ökosysteme, Wasser, Abfall auf der Farm, Arbeitsrechte | bei Blumen seltener; im FSI-Korb nur fürs Soziale anerkannt |
Warum es so viele Siegel gibt – und wer sie sortiert
Die Tabelle wirft sofort eine Frage auf: Wenn es fünf Siegel gibt, welches ist denn nun das richtige? Eine ehrliche Antwort ist: Es gibt keinen Gesamtsieger. Die Siegel setzen unterschiedliche Schwerpunkte, und je nachdem, ob dir Arbeitsbedingungen, Wasser oder Pestizide am wichtigsten sind, gewinnt ein anderes.
Sortiert werden sie von der Floriculture Sustainability Initiative (FSI), einem Zusammenschluss der Branche: Sie prüft die Siegel und nimmt die tauglichen in einen gemeinsamen Korb auf – getrennt nach Anbau, Umwelt und Soziales. Das ist kein Ranking und kein Gleichheitszeichen: Manche Siegel stehen in allen drei Bereichen, andere nur in einem. Auf einem Strauß findest du „FSI" nie – es passiert im Einkauf. In unserem Versender-Check steht es trotzdem, weil es zeigt, wie ernst ein Versender das Thema hinter den Kulissen nimmt.
„MPS-zertifiziert" – die Angabe, die am wenigsten verrät
Ein Name verdient eine eigene Warnung, weil er dir im Blumenhandel am häufigsten begegnet: MPS. Das ist kein einzelnes Siegel, sondern ein Baukasten – MPS-ABC misst den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln, Dünger, Energie und Wasser, MPS-SQ prüft die Arbeitsbedingungen. Und die Klasse entscheidet: MPS-A+ verlangt mindestens 90 von 110 Punkten, MPS-C beginnt schon bei 10. Ein Betrieb aus dem untersten Zehntel darf sich also genauso „MPS-zertifiziert" nennen wie der Klassenbeste. Unser Rat: „Wir sind MPS-zertifiziert" allein sagt fast nichts – aussagekräftig wird es erst mit Modul und Klasse, etwa „von MPS-A-Betrieben" oder „Fairtrade plus MPS-SQ".
Slowflower – eine Option, wenn du die Blumen persönlich übergeben kannst
Ein Name taucht in solchen Vergleichen oft auf, gehört aber nicht in die Tabelle: Slowflower. Dahinter steckt kein Siegel, sondern ein Netzwerk regional produzierender Gärtnereien – über 428 Mitglieder (Stand Dezember 2025), mit strengen Leitlinien, aber ohne Audits: Es gilt die Zusage der Mitglieder. Verschicken kannst du von dort nichts. Wenn du den Strauß selbst kaufst und vorbeibringst, findest du über die Mitgliederkarte eine gute Adresse – im Februar blüht dort allerdings nichts.
🌺 Tipp: Lass dich nicht von Wörtern wie „umweltfreundlich" oder „bewusst produziert" einlullen – die darf jeder verwenden. Achte im Shop auf ein echtes Logo (Fairtrade, MPS, Florverde) und im Zweifel auf konkrete Angaben zur Herkunft.
Was Kritiker bemängeln – und was davon für Blumen gilt
Fairtrade steht regelmäßig in der Kritik, und einiges davon ist berechtigt. Bei Blumen greifen die häufigsten Vorwürfe allerdings nicht – die treffen nämlich Mischprodukte. Beim Mengenausgleich dürfen bei Kakao, Zucker oder Tee faire und konventionelle Rohstoffe vermischt werden – ob in genau deiner Tafel fairer Kakao steckt, lässt sich dann nicht mehr sagen. Und bei Mischprodukten reicht ein Fairtrade-Anteil von 20 %, damit das Siegel drauf darf.
Eine Rose ist aber kein Mischprodukt, sondern eine Rose: nichts zu vermischen, kein Mindestanteil, keine Verarbeitungskette mit Grauzonen. Fairtrade ist bei Blumen also strenger als bei Schokolade, einfach weil das Produkt keine Schlupflöcher bietet.
Zwei Kritikpunkte bleiben trotzdem stehen. Erstens landet nur ein kleiner Teil des Ladenpreises tatsächlich auf der Farm, daran ändert das Siegel wenig. Zweitens fand Öko-Test Anfang 2023 auf Rosen von Fairtrade-zertifizierten Farmen Pestizide, die der Standard verbietet – verkauft wurden diese Sträuße allerdings ohne Siegel als konventionelle Ware. Kontrolliert wird in Dreijahres-Zyklen mit Zwischenaudits, mehr als die meisten Eigensiegel vorweisen. Ein Beweis ist auch das nicht: Ein Siegel ist eine hohe Wahrscheinlichkeit, keine Garantie – und das gilt für alle Siegel.
Unsere Einordnung: Was das Siegel kann und was nicht
Fairtrade ist nicht perfekt, aber ein guter Anfang. Was das Siegel sicher liefert, sind bessere Arbeitsbedingungen: Lohnuntergrenzen, Schutzkleidung beim Spritzen, eine Prämie, über die die Beschäftigten selbst entscheiden. Da ist der Unterschied real – Öko-Test empfiehlt das Siegel genau deswegen, ausdrücklich wegen der Menschen und nicht wegen der Pestizide.
Bei der Umwelt ist die Lage dünner. Fairtrade verbietet 207 besonders gefährliche Wirkstoffe, die sonst erlaubt wären – der Standard ist also strenger als das Übliche. Nur: Als Öko-Test 2023 nachmaß, war der beste Strauß im Test ein Fairtrade-Strauß. Und der schlechteste auch. Das Siegel hebt den Boden, es garantiert kein Ergebnis. Für dich heißt das: Mit dem Siegel-Strauß bekommst du verlässlich bessere Arbeitsbedingungen – Pestizidfreiheit bekommst du nur mit Bio.
Fazit: Fair verschenken, ohne sich im Siegel-Dschungel zu verirren
Lass dich nicht verunsichern von den vielen Siegeln. Frag dich, was dir am wichtigsten ist – faire Arbeit, Klima oder möglichst wenig Gift – und wähl danach. Nicht jeder Strauß ist fair, auch nicht in Shops mit Fairtrade-Kategorie: Greif gezielt zum gekennzeichneten. Unsere Empfehlung fürs faire Verschicken ist Bloom & Wild, dicht gefolgt von FloraPrima.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Bei Rosen zum Fairtrade-Strauß greifen. Das verändert den Alltag der Menschen, die auf den Blumenfarmen arbeiten, spürbar.
Häufige Fragen zu Fairtrade Blumen
Ist Fairtrade dasselbe wie Bio?
Nein. Fairtrade ist in erster Linie ein Sozialsiegel für faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Es enthält Umweltauflagen und verbietet die gefährlichsten Pestizide, ist aber kein Bio-Siegel – ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist nicht garantiert. Wer giftfrei will, braucht eine echte Bio-Zertifizierung.
Sind regionale Blumen nachhaltiger?
Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist die Produktionsweise. Eine Rose aus dem beheizten europäischen Gewächshaus in den Niederlanden kann eine deutlich schlechtere Klimabilanz haben als eine Freilandrose aus Kenia – trotz Flugtransport verursacht Letztere rund 66 % weniger CO₂. Im Sommer, wenn hier Freilandware wächst, dreht sich das um. Regional ist gut, aber immer zusammen mit der Anbauart zu betrachten.
Gibt es Fairtrade-Rosen bei Aldi und Lidl?
Gibt es Fairtrade auch bei anderen Blumen als Rosen?
Ja. Rosen machen den größten Anteil aus, zertifiziert sind aber teilweise auch Nelken, Lilien, Chrysanthemen, Alstroemerien und viele Mischsträuße. Achte einfach auf das Fairtrade-Siegel in der Produktbeschreibung – es steht dort, wo der jeweilige Strauß zertifiziert ist.
Sind Fairtrade-Blumen teurer?
Nein, ein merklicher Zuschlag fürs Siegel ist nicht erkennbar. Am klarsten zeigt das Blume2000, wo alle Rosenbunde zehn Stiele haben: Der Fairtrade-Bund kostet 7,99 €, die ungesiegelten 4,49 € bis 14,99 € – fair liegt also mitten im Feld. Bei Bloom & Wild liegen die Fairtrade-Sträuße mit 29,95 € bis 59,95 € (teilweise inkl. Vase) komplett innerhalb des ungesiegelten Sortiments (21,95 € bis 86,95 €), und das Fairtrade-Blumenabo kostet genauso viel wie die ungesiegelte Variante. Eine seriöse Prozentzahl zum Aufpreis gibt es trotzdem nicht, weil kein Versender denselben Strauß in beiden Varianten führt und allein die Blütenfarbe den Preis um das 3,3-Fache verschieben kann. Was den Preis eines Straußes wirklich treibt, sind Farbe, Stiellänge und Bundgröße – nicht das Siegel. Stand Juli 2026.
Welcher Blumenversender ist für Fairtrade am besten?
Bloom & Wild hat mit 13 Artikeln das größte ausgewiesene Fairtrade-Sortiment, und dort trägt in diesen Sträußen jeder einzelne Stiel das Siegel. Dazu kommt eine unabhängig geprüfte B-Corp-Zertifizierung. FloraPrima folgt mit acht Fairtrade-Artikeln plus Solarstrom und optional CO2-neutralem Versand, Fleurop mit vier Sträußen vom Floristen aus der Nähe. Blume2000 ist der älteste Fairtrade-Händler und beim Umweltprogramm am breitesten aufgestellt, führt aktuell aber nur ein bis zwei ausgewiesene Fairtrade-Sträuße.
Ist Fairtrade bei Blumen strenger als bei Schokolade?
Ja. Zwei der häufigsten Kritikpunkte greifen bei Blumen nicht. Erstens der Mengenausgleich: Bei Kakao, Zucker oder Tee darf faire mit konventioneller Ware vermischt werden, sodass sich der Weg bis zum Feld nicht mehr zurückverfolgen lässt. Zweitens die 20-%-Regel: Bei Mischprodukten wie Schokolade muss nur ein Fünftel der Zutaten fair sein. Eine Rose ist aber kein Mischprodukt. Es gibt nichts zu vermischen und keinen Mindestanteil – was das Siegel trägt, kommt von einer zertifizierten Farm und lässt sich zurückverfolgen.
Wie viel Wasser verbraucht eine Rose aus Kenia?
Für eine Rose aus dem kenianischen Naivasha-Becken werden je nach Ertrag und Stielgewicht rund 7 bis 13 Liter virtuelles Wasser gerechnet – davon etwa ein Drittel rechnerisches Verdünnungswasser für Dünger- und Pestizideinträge. Die Zahl stammt von der UNESCO-IHE und beruht auf Daten von 1996 bis 2005; sie gilt für Rosen aus dieser Region, nicht für Schnittblumen allgemein. Wichtig: Diese Zahl vergleicht nicht mit Europa. Wer wissen will, ob die Kenia-Rose beim Wasser besser oder schlechter dasteht als die niederländische, findet die Antwort weiter oben – sie ist überraschender, als die meisten denken.
Wer noch unsicher ist, welcher Versender zum Anlass passt, findet im Blumenversand-Vergleich alle getesteten Shops mit ihren Stärken auf einen Blick.

















