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Fairtrade Blumen und Rosen verschicken: So gelingt der Blumenversand mit gutem Gewissen

Die wichtigsten Siegel und Blumenversender mit dem besten Fairtrade-Sortiment.

Lisa Schreiber
Von Lisa Schreiber Aktualisiert am

Wir – Lisa und Moritz von Blumella – testen seit 2010 anonym Blumenversender. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Siegel bei Blumen wirklich relevant sind und wo du die beste Fairtrade-Auswahl findest.

Wenn du wenig Zeit hast und direkt Fairtrade Rosen oder Blumen verschicken möchtest, findest du hier unsere Empfehlungen:

Das erwartet dich

  1. Welche Blumenversender Fairtrade Rosen im Sortiment haben
  2. Warum die Rose aus Kenia grüner ist als ihr Ruf
  3. Fair und nachhaltig Blumen versenden: die 6 wichtigsten Punkte
  4. Was das Fairtrade-Siegel bei Blumen wirklich bedeutet
  5. Hintergrund: Fairtrade, Bio, MPS – welches Siegel zu welchem Motiv passt
  6. Fazit: Fair verschenken, ohne sich im Siegel-Dschungel zu verirren
  7. Häufige Fragen zu Fairtrade Blumen

Kurz gesagt

  • Fairtrade ist vor allem ein Sozialsiegel: faire Löhne, geregelte Arbeitszeiten, eine Prämie von 10 % für Gemeinschaftsprojekte. Umwelt ist enthalten, aber Fairtrade ist kein Bio.
  • Gut jede dritte in Deutschland verkaufte Rose trägt das Fairtrade-Siegel (37 % im Jahr 2025) – bei Rosen lohnt sich der Blick aufs Siegel am meisten.
  • Im Winter verursacht eine Rose aus Kenia trotz Flug rund 66 % weniger CO₂ als eine aus dem beheizten Gewächshaus in den Niederlanden. Im Sommer (Mai – September) dreht sich das – dann ist Freiland von hier die bessere Wahl.
  • Die größte Fairtrade-Auswahl hat FloraPrima (8 Artikel, alles Rosen). Bloom & Wild hat fünf Artikel rund um einen Strauß, Fleurop vier Sträuße. Nicht jeder Strauß im Shop trägt das Siegel – wähle am besten gezielt aus der Fairtrade-Kategorie.
  • Unsere Empfehlung fürs faire Verschicken: Bloom & Wild. Laut Shop trägt dort im gemischten Fairtrade-Strauß jede Blume das Siegel – eine echte Seltenheit. Dazu kommt eine unabhängig geprüfte B-Corp-Zertifizierung. In unserem Testkauf kam der Strauß pünktlich und hielt eine Woche, mit kleinen Ausfällen: 7,7 von 10 Punkten. Die Auswahl ist allerdings klein, ein Strauß in zwei Größen.
  • BLUME2000 ist seit über zehn Jahren zertifizierter Fairtrade-Händler, dazu Bio-zertifiziert und Partner der Umweltstiftung MPS – das ausgewiesene Fairtrade-Sortiment sind derzeit aber drei Rosenbunde.

Du willst Blumen verschicken, die nicht auf Kosten anderer schön sind: faire Löhne für die Menschen auf den Farmen, eine gute Klimabilanz und möglichst geringe Umweltbelastung. In der Praxis ist das gar nicht so einfach: Fairtrade, Bio, „nachhaltig", „klimaneutral" – was davon hält Wort, und wo gibt es faire Sträuße zum Verschicken?

Welche Blumenversender Fairtrade Rosen im Sortiment haben

„Wir bieten Fairtrade" steht auf einigen Webseiten – aber wichtig ist: Wie viel vom Sortiment ist wirklich zertifiziert, und was tut der Versender darüber hinaus? Wir haben uns die Angaben der großen Blumenversender angesehen. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Bei fast allen ist nur ein kleiner, konkret ausgewiesener Teil der Sträuße fair – nicht das ganze Sortiment.

Dahinter steckt ein Mechanismus, der erklärt, warum das Siegel am Strauß so wichtig ist: Zertifiziert wird immer die ganze Farm, verkauft wird trotzdem meistens ohne Siegel. Im Schnitt verkaufen zertifizierte Farmen laut Fairtrade nur rund ein Fünftel ihrer Ernte als Fairtrade-Ware – und nur für diesen Anteil fließt die Prämie. Nur wenn du zum tatsächlich als Fairtrade gekennzeichneten Strauß greifst, kommen die Vorteile und das Geld auf der Farm an.

„Nachhaltig" ist beim Blumenversand keine Frage, sondern drei: Unter welchen Bedingungen wird die Blume angebaut? Wie nachhaltig arbeitet der Versender selbst? Und wie wird der Strauß versendet? Hier siehst du alle drei Ebenen nebeneinander.

Versender Fairtrade-Sortiment Nachhaltigkeit sonst Versand
Bloom & Wild 1 Strauß in 2 Größen + 3 Sets, 29,95–39,95 € – laut Shop jeder Stiel zertifiziert B-Corp (Gruppe), FSI-Mitglied DHL oder Express
FloraPrima 8 Artikel: 6 Sträuße + 2 Einzelrosen, 18,99–50,99 € Solarstrom am Firmensitz DHL, DHL GoGreen Plus (Aufpreis), oder Florist*
Fleurop 4 Sträuße mit Siegel, 34,99–42,99 € FSI-Mitglied Florist
BLUME2000 3 Rosenbunde, 6,99–7,99 € Fairtrade-Händler seit über zehn Jahren, Bio seit 2016, MPS-Partner seit 2014 DHL
Euroflorist Kategorie, aber keine Sträuße FSI-Mitglied Florist oder DHL
Bloomy Days keine ausgewiesenen Fairtrade-Lizenz über Omniflora DHL

Sortimentszahlen geprüft im Oktober 2026 – Shops ändern ihr Angebot laufend, im Zweifel zählt die Fairtrade-Kategorie im Shop. Versandkosten je nach Liefermodus – Details im jeweiligen Testbericht. *Aktuell keine Fairtrade-Rosen mit Floristen-Zustellung erhältlich.

Transparenz-Hinweis: An Klicks auf diese Versender verdienen wir eine Provision. Vorn steht Bloom & Wild, weil dort laut Shop im gemischten Strauß jede Blume das Siegel trägt. Danach zählt allein, wie viel Fairtrade tatsächlich im Sortiment steht.

Was „Fairtrade-Strauß" bei wem bedeutet

Ein Punkt, der beim Vergleichen leicht untergeht: Ein „Fairtrade-Strauß" ist nicht überall dasselbe. Weil das Siegel bei Rosen mit Abstand am verbreitetsten ist, bestehen die Fairtrade-Artikel bei BLUME2000 und FloraPrima ausschließlich aus Rosen.

Bei Fleurop stecken in drei der vier Fairtrade-Sträuße neben den Rosen zwei weitere Sorten, etwa Inkalilien und Schleierkraut. Ob die auch zertifiziert sind, sagt Fleurop nicht. Der Fairtrade-Standard verlangt es auch nicht: In einem gemischten Strauß müssen nur die Blumen das Siegel tragen, die als Fairtrade ausgewiesen sind – hier also die Rosen. Genau da liegt der Unterschied zu Bloom & Wild, wo die Ansage eindeutig ist – in den als Fairtrade ausgewiesenen Sträußen trägt jede einzelne Blume das Siegel.

Kurz: Wenn du einen gemischten Strauß willst, bei dem wirklich alles fair ist, bleibt am Ende Bloom & Wild. Wer mit einem Rosenbund glücklich ist, hat deutlich mehr Auswahl.

Kostet Fairtrade mehr?

Die Frage steht bei fast jedem im Kopf, der zum ersten Mal gezielt fair verschicken will. Eine ehrliche Antwort in Prozent gibt es nicht – dazu gleich mehr. Was sich aber sauber beantworten lässt: Fairtrade liegt überall im normalen Preisrahmen, nicht in einer teureren Liga darüber.

Rosen bei… mit Fairtrade-Siegel ohne Siegel
BLUME2000, Bund mit 10 Stielen 6,99 – 7,99 € 5,49 – 12,99 €
Bloom & Wild, Sträuße, teilweise mit Geschenk 29,95 – 39,95 € 21,95 – 64,95 €
FloraPrima, Rosen* 30,99 – 50,99 € 27,99 – 42,99 €

Preise abgerufen im Oktober 2026 – Shops ändern ihre Preise laufend, gerade rund um Valentinstag und Muttertag. *FloraPrima ohne die Premium-Sträuße gerechnet (über 60 €, allesamt ohne Siegel).

Zwei Versender zeigen es besonders klar. Bei BLUME2000 haben alle Rosenbunde zehn Stiele, die Menge ist also konstant – und die fairen Bunde liegen mit 6,99 € bis 7,99 € mitten im Feld. Bei Bloom & Wild reicht das ungesiegelte Sortiment von 21,95 € bis knapp 65 €, der faire Strauß liegt mit 29,95 € (39,95 € in groß) komplett dazwischen.

Und bei FloraPrima tragen sogar die teuersten Rosen des ganzen Shops kein Siegel: Die Premium-Sträuße jenseits der 60 € sind allesamt ohne Siegel.

Warum wir dir keine Prozentzahl nennen: Weil sie gelogen wäre. Für einen echten Aufpreis müsste derselbe Strauß in beiden Varianten verfügbar sein – tut er aber nirgends. Und die Störgrößen sind größer als der gesuchte Effekt. Bei BLUME2000 kostet der teuerste ungesiegelte Zehnerbund das 2,4-Fache des billigsten – nur wegen der Farbe. Bei Fleurop ist es noch verzwickter, weil die Fairtrade-Sträuße nicht einmal reine Rosensträuße sind und daneben viel Premium-Sortiment steht. Je nachdem, welches Paar man herausgreift, käme „Fairtrade ist 46 % billiger" oder „46 % teurer" heraus. Beides wäre Zahlen-Theater.

Für deine Kaufentscheidung reicht die Beobachtung trotzdem: Ein deutlicher Zuschlag fürs Siegel ist nirgends erkennbar. Das ist ökonomisch auch plausibel – die Fairtrade-Prämie beträgt 10 % des Exportpreises, und der Exportpreis ist nur ein kleiner Teil dessen, was du im Shop bezahlst. Was den Preis eines Straußes wirklich treibt, sind Farbe, Stiellänge und Bundgröße.

Bloom & Wild – unsere Empfehlung fürs faire Verschicken

Wer einen gemischten Strauß sucht, bei dem wirklich alles fair ist, landet bei Bloom & Wild. Die Ansage ist deutlich – jede Blume und jeder Stiel in den Fairtrade-Sträußen trage das Siegel. Die Auswahl ist allerdings geschrumpft: Im Oktober 2026 gibt es genau einen Fairtrade-Strauß, „Fürsorge“ mit 17 Stielen für 29,95 €, in groß als „Rosengarten“ für 39,95 €. Dazu kommen drei Geschenk-Sets, etwa mit Schokolade oder Keks, für 35,95 € bis 39,95 €. Ein Fairtrade-Abo steht nicht mehr im Sortiment.

Dazu kommt etwas, das im Feld sonst keiner vorweisen kann: Die Bloom & Wild Group, zu der übrigens auch Bloomon gehört, ist B-Corp-zertifiziert. Das ist kein Blumensiegel, sondern eine unabhängig geprüfte Bewertung des ganzen Unternehmens, von der Lieferkette über den Umgang mit Personal bis zur Umwelt. Zusammen mit der FSI-Mitgliedschaft ist das eine sehr gute Grundlage – und der Grund, warum Bloom & Wild bei uns fürs faire Verschicken vorn steht.

Unser Testkauf: „Rosengarten“ für 35,91 €

Straußpreis: 39,95 €
Versand: 3,95 € (DHL Standard, Liefertag selbst gewählt)
Neukunden-Code: −7,99 € (inzwischen abgelaufen)
Bezahlt: 35,91 €
Geliefert: pünktlich am gewählten Freitag
Verpackung: Karton und Packpapier, die Stiele in einem Plastikbeutel mit Gel
Dabei: Grußkarte, Strauß-Karte, Anleitung zum Arrangieren, zwei Tütchen Blumennahrung

Bloom & Wild Fairtrade-Strauß Rosengarten aus unserem Testkauf an Tag 1 in der Vase, viele Rosen noch in der Knospe, helle Hypericum-Beeren und Eukalyptus Derselbe Bloom & Wild Strauß an Tag 7, die meisten Rosen offen und noch schön, die Hypericum-Beeren braun

Testkauf Oktober 2026: links Tag 1, rechts Tag 7 in der Vase.

Der Strauß kam als Bund zum Selbst-Arrangieren. Gezählt haben wir 23 Stiele, der Shop nennt mal 22, mal 24. Die beiliegende Strauß-Karte nennt ihn „Fairtrade Bouquet“, so weiß auch die Beschenkte Bescheid. Überhaupt steckt viel Liebe in der Box: Innen ist der Karton dunkelgrün, der Strauß liegt in Packpapier mit Schleife, die Grußkarte ist die schönste aus all unseren Testkäufen, und die zwei Tütchen Blumennahrung sind mit „Für heute“ und „Für Tag 3“ beschriftet.

Geöffneter Bloom & Wild Karton von oben, innen dunkelgrün, der Strauß in Packpapier mit dunkelgrüner Schleife Alles aus dem Bloom & Wild Karton auf einem Tisch: Anleitung zum Arrangieren, Strauß-Karte, Grußkarte, zwei Tütchen Blumennahrung und Gutscheine

Links der Strauß im geöffneten Karton, rechts alles, was dabeilag.

Nach sieben Tagen sahen die meisten Rosen noch schön aus. Zwei bis drei gingen nie richtig auf, eine ließ an Tag 7 den Kopf hängen, und die Hypericum-Beeren wurden früh braun. Unterm Strich: 7,7 von 10 Punkten.

Wie Lieferung, Auspacken und die ganze Woche liefen, zeigen wir in unseren Bloom-&-Wild-Erfahrungen.

Direkt zum Sortiment → Fairtrade-Sträuße bei Bloom & Wild

FloraPrima – eigene Fairtrade-Kategorie

FloraPrima führt eine eigene Kategorie „Fairtrade Rosen" mit aktuell acht Artikeln – sechs Sträußen und zwei einzelnen Premiumrosen, von 18,99 € bis 50,99 €. Der Rest des Sortiments ist nicht durchgängig zertifiziert – wer fair will, wählt hier gezielt aus der Fairtrade-Kategorie. Dazu kommen Maßnahmen im Unternehmen: Solarenergie am Firmensitz, DHL GoGreen Plus gegen Aufpreis und Papiertüten statt Folie.

Direkt zur Kategorie → Fairtrade Rosen bei FloraPrima

Fleurop – vier Fairtrade-Sträuße mit Siegel

Fleurop bietet einzelne, klar gekennzeichnete Fairtrade-Sträuße an, aktuell vier an der Zahl, von 34,99 € bis 42,99 €. Zum Erkennen einfach auf das Siegel im Produktfoto achten. Genannt werden zudem faire Löhne, wassersparende Bewässerung und der Verzicht auf Gentechnik. Fleurop ist außerdem FSI-Mitglied – die Beschaffung hinter den Kulissen läuft also über geprüfte Standards. Anders als bei den reinen Rosenbunden anderer Versender stecken hier in drei von vier Sträußen zwei weitere Sorten – ob die auch zertifiziert sind oder nur die Rosen, gibt Fleurop allerdings nicht an. Die vier Sträuße sind die kleinste Auswahl unserer Top 3, dafür bindet und bringt sie ein Florist aus der Nähe in der Flowerbag aus FSC-zertifiziertem Papier.

Direkt zur Auswahl → Fairtrade Blumen bei Fleurop

BLUME2000 – langjähriger Fairtrade-Händler, dazu Bio und MPS

Beim Thema Fairtrade denkt man automatisch auch an BLUME2000, und das hat gute Gründe. BLUME2000 ist nach eigenen Angaben seit über zehn Jahren zertifizierter Fairtrade-Händler. Darüber hinaus ist BLUME2000 seit 2016 zertifizierter Bio-Händler, seit 2014 Partner der Umweltstiftung MPS und unterstützt Gärtnereien mit einem eigenen Förderprogramm auf dem Weg zur Zertifizierung.

Warum dann nicht in unseren Top 3? Weil unsere Frage hier eng auf Fairtrade zielt – und da ist das ausgewiesene Sortiment aktuell klein: Wir finden drei gekennzeichnete Artikel, und das sind Rosenbunde mit je zehn Stielen, keine gemischten Sträuße. Wenn dir neben Fairtrade auch Bio und MPS wichtig sind, bist du hier gut aufgehoben. Willst du gezielt einen Strauß mit Fairtrade-Siegel verschicken, hast du bei Bloom & Wild oder FloraPrima schlicht mehr Auswahl.

Euroflorist und Bloomy Days – Kategorie ja, Sträuße nein

Euroflorist hat zwar eine eigene Fairtrade-Kategorie, führt darin aktuell aber keine Sträuße. Als FSI-Mitglied ist Euroflorist beim Einkauf trotzdem an geprüfte Standards gebunden. Ähnlich sieht es bei Bloomy Days aus, mit einer Besonderheit: Die Fairtrade-Lizenz läuft dort über Omniflora, nicht über Bloomy Days selbst. Eine Fairtrade-Seite gibt es, in der Navigation und in den Produktbeschreibungen taucht das Siegel aktuell aber nicht auf – wir zählen deshalb keinen ausgewiesenen Fairtrade-Strauß. Bei beiden gilt dieselbe Regel wie überall – nur die ausgewiesenen Sträuße sind wirklich zertifiziert.

Warum die Rose aus Kenia grüner ist als ihr Ruf

Wenn es ein Produkt gibt, bei dem sich Fairtrade besonders lohnt, dann sind es Rosen. Sie sind die meistverkaufte Schnittblume in Deutschland und stammen überwiegend aus Ostafrika. Weil dort besonders viele Menschen in der Blumenproduktion arbeiten, wirkt das Siegel bei Rosen am stärksten. Kein Zufall also, dass laut Fairtrade Deutschland gut jede dritte hier verkaufte Rose das Siegel trägt: 37 % im Jahr 2025, nach dem Rekord von 44,5 % im Jahr davor.

Jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht. Viele greifen zur „heimischen" Rose und nehmen an, sie sei klimafreundlicher als Importware. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall.

Eine Ökobilanz des Schweizer Instituts Intep, 2023 erstellt und Anfang 2024 veröffentlicht, hat den Weg von der Farm bis in die Schweiz durchgerechnet: Ein Bund mit 20 Fairtrade-Rosen aus Kenia verursacht rund 9,3 kg CO₂ – trotz Flugtransport etwa 66 % weniger als 20 Rosen aus dem beheizten niederländischen Gewächshaus mit 27 kg. Der Grund ist simpel: Rosen aus Kenia wachsen im unbeheizten Folientunnel unter natürlichem Sonnenlicht, während niederländische Gewächshäuser massiv beheizt und beleuchtet werden. Diese Energie schlägt schwerer zu Buche als der Flug.

CO2-Vergleich Rosenstrauss: Kenia per Schiff 1,2 kg, Kenia per Flug 9,3 kg, Gewaechshaus Niederlande 27 kg

Der Fußabdruck eines Rosenstraußes im Vergleich. Selbst mit dem Flug liegt die Kenia-Rose deutlich unter der Rose aus dem beheizten Gewächshaus – kommt sie per Schiff, wird der Abstand noch größer. Zahlen aus der Intep-Studie (2023 erstellt, 2024 veröffentlicht) im Auftrag von Migros und Max Havelaar, gerechnet bis in die Schweiz.

Eine Einordnung gehört dazu: Auftraggeber der Studie waren Migros und Max Havelaar, also Fairtrade-nahe Seite. Die Autorinnen schreiben allerdings selbst hin, wo ihr Vergleich hinkt – das spricht für sie.

Wann dieser Vergleich gilt – und wann nicht

Diese Rechnung hat eine Bedingung, die du kennen solltest: Sie vergleicht die Kenia-Rose mit einer beheizten Gewächshausrose. Im Sommer sieht es anders aus. Zwischen Mai und September wächst auch bei uns vieles im Freiland oder im ungeheizten Gewächshaus – dann kann die Rose von nebenan klar vorn liegen.

Nur: Rosen werden nicht vor allem im Sommer verschenkt, sondern im Februar. Und im Februar gibt es keine regionale Freilandrose. Du wählst dann ohnehin zwischen zwei Importen – und die schwächste Option ist dabei die ungesiegelte Rose: Entweder stammt sie aus Ostafrika bzw. Südamerika, zu schlechteren Arbeitsbedingungen als eine Fairtrade-Rose, oder sie stammt aus einem beheizten und wenig umweltfreundlichen Gewächshaus in den Niederlanden.

Dazu kommt: Du erfährst meistens gar nicht, wie deine Rose gewachsen ist. „Frisch vom Gärtner" oder „aus Europa" steht in vielen Shops – „aus beheizter Produktion" nirgends. Nicht das Herkunftsland ist beim Blumenversand das Problem, sondern die fehlende Angabe zur Anbaumethode. Genau deshalb ist das Siegel für dich der praktischste Griff: nicht weil es dir eine gute Klimabilanz garantiert, sondern weil es das Einzige ist, was du überhaupt nachprüfen kannst.

Und das Wasser?

Eine echte Schwäche bleibt: Kenianische Rosen brauchen viel Wasser, und sie entnehmen es dort, wo es besonders knapp ist: rund um den Naivasha-See, das Zentrum des Rosenanbaus. Das ist seit Jahren ein Streitthema – die Farmen stehen im Verdacht, den Wasserspiegel im See zu drücken, die Branche widerspricht.

Aber auch die Rose aus beheizten Gewächshäusern hat ihre Schwächen. Der Grund ist derselbe wie beim CO₂: Die Heizung der niederländischen Gewächshäuser bindet in den Kraftwerken dahinter große Mengen Kühlwasser. Die verbreitete Erzählung „gut fürs Klima, schlecht fürs Wasser" ist also nicht schwarz-weiß. Bei Importrosen aus Übersee raten wir zum Siegel statt zur billigsten Rose: Fairtrade schreibt wassersparende Bewässerung vor und kontrolliert sie. Perfekt ist das nicht, aber es ist ein Anfang.

🌺 Tipp: Stehen zwei vergleichbare Rosensträuße zur Wahl, nimm den mit Fairtrade-Siegel. Das ist der wirkungsvollste Einzelschritt – gerade rund um Blumen zum Valentinstag, wenn ohnehin Millionen Rosen über den Ladentisch gehen.

Für Fairtrade-Rosen musst du übrigens nicht zwingend online bestellen. Auch Lidl und Aldi führen sie regelmäßig, vor allem rund um Valentinstag und Muttertag. Für den spontanen Strauß am Samstag ist das die unkomplizierteste faire Option. Verschicken kannst du dort nur leider nicht (mehr).

Fair und nachhaltig Blumen versenden: die 6 wichtigsten Punkte

Du musst kein Zertifizierungs-Profi werden, um fair und nachhaltig zu verschenken. Diese Punkte bringen dich im Alltag am weitesten:

  1. Bei Rosen aufs Fairtrade-Siegel achten – der wirkungsvollste Einzelschritt, weil fast alle Rosen aus Ländern kommen, in denen Arbeitsschutz schwächer geregelt ist als bei uns.
  2. Echten Siegeln vertrauen, nicht Werbeworten – „nachhaltig" ist ungeschützt. Fairtrade, MPS und Florverde sind es nicht – was hinter den drei Namen steckt, liest du im Hintergrund-Teil.
  3. Saisonal denken – Freiland aus Deutschland gibt es im Kern von Mai bis September, die größte Auswahl im Hochsommer. Tulpen, Ranunkeln und Pfingstrosen im Frühjahr brauchen weniger beheiztes Gewächshaus als dieselbe Blume außerhalb ihrer Saison.
  4. Regional richtig einordnen – regional ist gut, aber nur zusammen mit der Produktionsweise. Eine Freilandrose aus Kenia kann klimafreundlicher sein als eine beheizte Gewächshausblume um die Ecke.
  5. Auf Verpackung und Versandweg schauen – Karton statt Kunststoff, Papier statt Folie. Liest du im Shop „klimaneutral verschickt“, ist das meist veraltet: DHL hat den Dienst GoGreen, der dahinterstand, Ende August 2026 eingestellt, weil reine Ausgleichszahlungen nicht mehr als klimaneutral beworben werden dürfen. Der Nachfolger GoGreen Plus senkt Emissionen im eigenen Netz, etwa mit E-Transportern; bei FloraPrima kannst du ihn für 0,50 € dazubuchen. Oder du wählst einen Versender, bei dem ein Florist aus der Nähe liefert, etwa Fleurop.
  6. Gemischte Sträuße statt reiner Importware – saisonale Mischsträuße enthalten oft mehr regionale Sorten und weniger energieintensive Premium-Importe.

Fun Fact: Deutschland ist beim Thema faire Blumen Weltmeister. Mehr als die Hälfte aller weltweit verkauften Fairtrade-Schnittblumen wird hier abgesetzt – wenn du fair verschenkst, bist du also in guter Gesellschaft.

Was das Fairtrade-Siegel bei Blumen wirklich bedeutet

Das Fairtrade-Siegel garantiert bei Blumen vor allem faire Arbeitsbedingungen: geregelte Arbeitszeiten, Mutterschutz, das Verbot von Kinderarbeit, Lohnuntergrenzen und eine Fairtrade-Prämie von 10 % des Exportpreises, über die die Beschäftigten selbst für Gemeinschaftsprojekte entscheiden. Seit 2005 gibt es das Siegel auch für Schnittblumen.

Der Kern ist also sozial. Und das ist kein Randthema: Rund 92 % der in Deutschland verkauften Schnittrosen sind Importe, ein großer Teil davon aus Kenia. Der Blumenanbau gehört dort neben Tee und Tourismus zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes. Und weil Arbeitsschutz in den Anbauländern gesetzlich schwächer geregelt ist als bei uns, machen feste Verträge, Schutzkleidung und eine Prämie, über die die Beschäftigten selbst bestimmen, im Alltag einen wichtigen Unterschied.

Was das Siegel garantiert

  • Lohnuntergrenzen und Prämie: mindestens der gesetzliche Mindestlohn – der eine von Fairtrade gesetzte Untergrenze nicht unterschreiten darf – plus 10 % Fairtrade-Prämie für die Gemeinschaft
  • Arbeitsrechte: geregelte Arbeitszeiten, Versammlungsfreiheit, Mutterschutz, keine ausbeuterische Kinderarbeit
  • Umwelt-Mindeststandards: wassersparende Bewässerung, Abfallmanagement, Verbot von über 200 besonders gefährlichen Pestiziden

Was das Siegel nicht garantiert

Hier wird es wichtig, wenn dein Motiv eher die Umwelt ist. Fairtrade ist kein Bio-Siegel. Es verbietet über 200 besonders gefährliche Pflanzenschutzmittel, schließt Pestizide aber nicht vollständig aus. Seit Juli 2026 dürfen Blumenfarmen sogar zwei verbotene Insektizide befristet und unter Auflagen wieder einsetzen. Wer garantiert giftfrei verschenken will, braucht eine echte Bio-Zertifizierung – und die ist bei Schnittblumen, vor allem im Blumenversand, leider selten.

Das ist relevanter, als es zunächst klingt. Für Schnittblumen gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für Pestizidrückstände, anders als bei Obst und Gemüse – schlicht, weil Blumen niemand isst. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist trotzdem darauf hin, dass sich Rückstände auf verkauften Sträußen regelmäßig nachweisen lassen.

Und noch etwas, das oft missverstanden wird: Fairtrade garantiert keinen existenzsichernden Lohn. Garantiert ist der gesetzliche Mindestlohn des Anbaulands. Weil der in den meisten Ländern nicht zum Leben reicht, verpflichtet Fairtrade die Farmen, die Löhne schrittweise anzuheben – ein existenzsichernder Lohn ist erklärtes Ziel, kein Versprechen. Dazu kommt: Anders als bei Kaffee oder Kakao gibt es bei Blumen keinen Fairtrade-Mindestpreis. Die Prämie ist hier das einzige feste Geld-Instrument.

🌺 Tipp: Wasch dir nach dem Anschneiden eines Straußes die Hände und stell die Vase außer Reichweite von kleinen Kindern und Katzen. Das gilt für jeden Strauß, egal welches Siegel – und kostet dich zehn Sekunden.

Kurz: Fairtrade denkt zuerst an die Menschen, dann an die Umwelt. Beides steckt drin, aber mit klarem Schwerpunkt. Wie sich das zu MPS, Florverde und Bio verhält – und was Kritiker am Siegel bemängeln – liest du weiter unten im Hintergrund-Teil.

Hintergrund: Fairtrade, Bio, MPS – welches Siegel zu welchem Motiv passt

Vergleich der Blumen-Siegel: Fairtrade deckt faire Arbeit voll ab, nur Bio ist bei Pestiziden voll

Unsere Einordnung der gängigen Blumensiegel – kein Siegel deckt alle drei Bereiche voll ab. MPS ist modular aufgebaut: ABC steht für Umwelt, SQ für Soziales, GAP für gute fachliche Praxis. Eigene Einordnung von Blumella auf Basis der öffentlichen Standards, Stand Juli 2026 – die Siegel bewerten unterschiedlich streng, die Skala ist eine Orientierung, kein Audit.

„Nachhaltig" ist kein geschützter Begriff. Jeder Shop darf ihn draufschreiben. Aussagekräftig sind nur echte Zertifizierungen – und die haben unterschiedliche Schwerpunkte, je nachdem, ob es um Menschen, Umwelt oder Pflanzenschutz geht.

Erschwerend kommt dazu: Bei Schnittblumen gibt es keine Pflicht, das Herkunftsland anzugeben. Bei Äpfeln steht es auf der Kiste, bei Rosen nirgends. Genau deshalb bist du beim Blumenkauf aufs Siegel angewiesen – oft ist es der einzige Anhaltspunkt, den du überhaupt bekommst.

Siegel Schwerpunkt Deckt ab Bei Blumen
Fairtrade Soziales Löhne, Arbeitsrechte, Prämie, Umwelt-Mindeststandard sehr verbreitet, v. a. Rosen
Florverde Umwelt + Soziales Wasser, Biodiversität, Arbeitsschutz speziell für Blumen, v. a. Kolumbien
MPS (ABC / GAP / SQ) je nach Modul Umwelt (ABC), gute Praxis (GAP), Soziales (SQ) Branchenstandard im Zierpflanzenbau
GLOBALG.A.P. + GRASP Produktion + Soziales Anbau, Pflanzenschutz, mit GRASP auch Arbeitsrechte weltweit verbreitet
Rainforest Alliance Umwelt + Soziales Ökosysteme, Wasser, Abfall auf der Farm, Arbeitsrechte bei Blumen seltener; im FSI-Korb nur fürs Soziale anerkannt

Warum es so viele Siegel gibt – und wer sie sortiert

Die Tabelle wirft sofort eine Frage auf: Wenn es fünf Siegel gibt, welches ist denn nun das richtige? Eine ehrliche Antwort ist: Es gibt keinen Gesamtsieger. Die Siegel setzen unterschiedliche Schwerpunkte, und je nachdem, ob dir Arbeitsbedingungen, Wasser oder Pestizide am wichtigsten sind, gewinnt ein anderes.

Sortiert werden sie von der Floriculture Sustainability Initiative (FSI), einem Zusammenschluss der Branche: Sie prüft die Siegel und nimmt die tauglichen in einen gemeinsamen Korb auf – getrennt nach guter Anbaupraxis, Umwelt und Sozialem. Das ist kein Ranking und kein Gleichheitszeichen: Manche Siegel stehen in allen drei Bereichen, andere nur in einem. Fairtrade etwa ist dort bisher nur fürs Soziale aufgenommen, und das vorläufig. Auf einem Strauß findest du „FSI" nie – es passiert im Einkauf. In unserem Versender-Check steht es trotzdem, weil es zeigt, wie ernst ein Versender das Thema hinter den Kulissen nimmt.

„MPS-zertifiziert" – die Angabe, die am wenigsten verrät

Ein Name verdient eine eigene Warnung, weil er dir im Blumenhandel am häufigsten begegnet: MPS. Das ist kein einzelnes Siegel, sondern ein Baukasten – MPS-ABC misst den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln, Dünger, Energie und Wasser sowie den Abfall, MPS-SQ prüft die Arbeitsbedingungen. Und die Klasse entscheidet: MPS-A+ verlangt mindestens 90 von 110 Punkten und dazu Bestwerte bei Pflanzenschutz, Dünger und Energie, MPS-C beginnt schon bei 10. Ein Betrieb aus dem untersten Zehntel darf sich also genauso „MPS-zertifiziert" nennen wie der Klassenbeste. Unser Rat: „Wir sind MPS-zertifiziert" allein sagt fast nichts – aussagekräftig wird es erst mit Modul und Klasse, etwa „von MPS-A-Betrieben" oder „Fairtrade plus MPS-SQ".

Slowflower – eine Option, wenn du die Blumen persönlich übergeben kannst

Ein Name taucht in solchen Vergleichen oft auf, gehört aber nicht in die Tabelle: Slowflower. Dahinter steckt kein Siegel, sondern ein Netzwerk regional produzierender Gärtnereien – über 428 Mitglieder (Stand Dezember 2025), mit strengen Leitlinien, aber ohne Audits: Es gilt die Zusage der Mitglieder. Verschicken kannst du von dort nichts. Wenn du den Strauß selbst kaufst und vorbeibringst, findest du über die Mitgliederkarte eine gute Adresse – im Februar blüht dort allerdings nichts.

🌺 Tipp: Lass dich nicht von Wörtern wie „umweltfreundlich" oder „bewusst produziert" einlullen – die darf jeder verwenden. Achte im Shop auf ein echtes Logo (Fairtrade, MPS, Florverde) und im Zweifel auf konkrete Angaben zur Herkunft.

Was Kritiker bemängeln – und was davon für Blumen gilt

Fairtrade steht regelmäßig in der Kritik, und einiges davon ist berechtigt. Bei Blumen greifen die häufigsten Vorwürfe allerdings nicht – die treffen nämlich Mischprodukte. Beim Mengenausgleich dürfen bei Kakao, Zucker oder Tee faire und konventionelle Rohstoffe vermischt werden – ob in genau deiner Tafel fairer Kakao steckt, lässt sich dann nicht mehr sagen. Und bei Mischprodukten reicht ein Fairtrade-Anteil von 20 %, damit das Siegel drauf darf.

Eine Rose ist aber kein Mischprodukt, sondern eine Rose: nichts zu vermischen, kein Mindestanteil, keine Verarbeitungskette mit Grauzonen. Fairtrade ist bei Blumen also strenger als bei Schokolade, einfach weil das Produkt keine Schlupflöcher bietet.

Zwei Kritikpunkte bleiben trotzdem stehen. Erstens landet nur ein kleiner Teil des Ladenpreises tatsächlich auf der Farm, daran ändert das Siegel wenig. Zweitens fand Öko-Test Anfang 2023 auf Rosen von Fairtrade-zertifizierten Farmen Pestizide, die der Standard verbietet – verkauft wurden diese Sträuße allerdings ohne Siegel als konventionelle Ware. Kontrolliert wird in Dreijahres-Zyklen mit Zwischenaudits, mehr als die meisten Eigensiegel vorweisen. Ein Beweis ist auch das nicht: Ein Siegel ist eine hohe Wahrscheinlichkeit, keine Garantie – und das gilt für alle Siegel.

Unsere Einordnung: Was das Siegel kann und was nicht

Fairtrade ist nicht perfekt, aber ein guter Anfang. Was das Siegel sicher liefert, sind bessere Arbeitsbedingungen: Lohnuntergrenzen, Schutzkleidung beim Spritzen, eine Prämie, über die die Beschäftigten selbst entscheiden. Da ist der Unterschied real – Öko-Test empfiehlt das Siegel genau deswegen, ausdrücklich wegen der Menschen und nicht wegen der Pestizide.

Bei der Umwelt ist die Lage dünner. Fairtrade verbietet über 200 besonders gefährliche Wirkstoffe, die sonst erlaubt wären – der Standard ist also strenger als das Übliche. Nur: Als Öko-Test 2023 nachmaß, trug der beste Strauß im Test das Fairtrade-Siegel. Der mit den meisten Pestiziden aber auch. Das Siegel hebt den Boden, es garantiert kein Ergebnis. Für dich heißt das: Mit dem Siegel-Strauß bekommst du verlässlich bessere Arbeitsbedingungen – Pestizidfreiheit bekommst du nur mit Bio.

Fazit: Fair verschenken, ohne sich im Siegel-Dschungel zu verirren

Lass dich nicht verunsichern von den vielen Siegeln. Frag dich, was dir am wichtigsten ist – faire Arbeit, Klima oder möglichst wenig Gift – und wähl danach. Nicht jeder Strauß ist fair, auch nicht in Shops mit Fairtrade-Kategorie: Greif gezielt zum gekennzeichneten. Unsere Empfehlung fürs faire Verschicken ist Bloom & Wild: Dort trägt laut Shop im gemischten Strauß jede Blume das Siegel. In unserem Testkauf hielt der Strauß eine Woche, mit kleinen Ausfällen. Die größte Auswahl hat FloraPrima.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Bei Rosen zum Fairtrade-Strauß greifen. Das verändert den Alltag der Menschen, die auf den Blumenfarmen arbeiten, spürbar.

Häufige Fragen zu Fairtrade Blumen

Ist Fairtrade dasselbe wie Bio?

Nein. Fairtrade ist in erster Linie ein Sozialsiegel für faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Es enthält Umweltauflagen und verbietet über 200 besonders gefährliche Pestizide, ist aber kein Bio-Siegel – ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist nicht garantiert. Wer giftfrei will, braucht eine echte Bio-Zertifizierung.

Sind regionale Blumen nachhaltiger?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist die Produktionsweise. Eine Rose aus dem beheizten europäischen Gewächshaus in den Niederlanden kann eine deutlich schlechtere Klimabilanz haben als eine Freilandrose aus Kenia – trotz Flugtransport verursacht Letztere rund 66 % weniger CO₂. Im Sommer, wenn hier Freilandware wächst, dreht sich das um. Regional ist gut, aber immer zusammen mit der Anbauart zu betrachten.

Gibt es Fairtrade-Rosen bei Aldi und Lidl?

Ja. Lidl und Aldi führen regelmäßig Fairtrade-Rosen, vor allem rund um Valentinstag und Muttertag. Für den spontanen Strauß am Samstag ist das die unkomplizierteste faire Option. Verschicken kannst du damit allerdings nichts – dafür brauchst du einen Blumenversender.

Gibt es Fairtrade auch bei anderen Blumen als Rosen?

Ja. Rosen machen den größten Anteil aus, zertifiziert sind aber teilweise auch Nelken, Lilien, Chrysanthemen, Alstroemerien und viele Mischsträuße. Achte einfach auf das Fairtrade-Siegel in der Produktbeschreibung – es steht dort, wo der jeweilige Strauß zertifiziert ist.

Sind Fairtrade-Blumen teurer?

Nein, ein merklicher Zuschlag fürs Siegel ist nicht erkennbar. Am klarsten zeigt das BLUME2000, wo alle Rosenbunde zehn Stiele haben: Die Fairtrade-Bunde kosten 6,99 € bis 7,99 €, die ungesiegelten 5,49 € bis 12,99 € – fair liegt also mitten im Feld. Bei Bloom & Wild liegt der Fairtrade-Strauß mit 29,95 € (39,95 € in groß) komplett innerhalb des ungesiegelten Sortiments (21,95 € bis 64,95 €). Eine seriöse Prozentzahl zum Aufpreis gibt es trotzdem nicht, weil kein Versender denselben Strauß in beiden Varianten führt und allein die Blütenfarbe den Preis um das 2,4-Fache verschieben kann. Was den Preis eines Straußes wirklich treibt, sind Farbe, Stiellänge und Bundgröße – nicht das Siegel. Stand Oktober 2026.

Welcher Blumenversender ist für Fairtrade am besten?

Für einen gemischten Strauß, bei dem wirklich alles fair ist: Bloom & Wild. Laut Shop trägt dort im Fairtrade-Strauß jede einzelne Blume das Siegel, dazu kommt eine unabhängig geprüfte B-Corp-Zertifizierung. In unserem Testkauf bekam der Strauß 7,7 von 10 Punkten. Die Auswahl ist aber klein, ein Strauß in zwei Größen und drei Geschenk-Sets. Die meisten Fairtrade-Artikel hat FloraPrima mit acht Rosensträußen und Einzelrosen, dazu Solarstrom und DHL GoGreen Plus gegen Aufpreis. Fleurop folgt mit vier Sträußen vom Floristen aus der Nähe. BLUME2000 ist seit über zehn Jahren Fairtrade-Händler, dazu Bio-zertifiziert und MPS-Partner, führt aktuell aber nur drei Fairtrade-Rosenbunde.

Ist Fairtrade bei Blumen strenger als bei Schokolade?

Ja. Zwei der häufigsten Kritikpunkte greifen bei Blumen nicht. Erstens der Mengenausgleich: Bei Kakao, Zucker oder Tee darf faire mit konventioneller Ware vermischt werden, sodass sich der Weg bis zum Feld nicht mehr zurückverfolgen lässt. Zweitens die 20-%-Regel: Bei Mischprodukten wie Schokolade muss nur ein Fünftel der Zutaten fair sein. Eine Rose ist aber kein Mischprodukt. Es gibt nichts zu vermischen und keinen Mindestanteil – was das Siegel trägt, kommt von einer zertifizierten Farm und lässt sich zurückverfolgen.

Wie viel Wasser verbraucht eine Rose aus Kenia?

Für eine Rose aus dem kenianischen Naivasha-Becken werden je nach Ertrag und Stielgewicht rund 7 bis 13 Liter virtuelles Wasser gerechnet – davon etwa ein Drittel rechnerisches Verdünnungswasser für Dünger- und Pestizideinträge. Die Zahl stammt von der UNESCO-IHE und beruht auf Daten von 1996 bis 2005; sie gilt für Rosen aus dieser Region, nicht für Schnittblumen allgemein. Wichtig: Diese Zahl vergleicht nicht mit Europa. Wer wissen will, ob die Kenia-Rose beim Wasser besser oder schlechter dasteht als die niederländische, findet die Antwort weiter oben – sie ist überraschender, als die meisten denken.

Wer noch unsicher ist, welcher Versender zum Anlass passt, findet im Blumenversand-Vergleich alle getesteten Shops mit ihren Stärken auf einen Blick.